Buch auf Handy aus

Veröffentlicht am 12. Mai 2026 um 10:05

Als mich meine Tochter fragte warum ich immer so schlechte Laune hätte, hatte ich keine Antwort auf diese Frage. 

Natürlich ist der Alltag mit Kindern oft nicht einfach aber immerhin weniger stressig als 30 oder 40 Stunden in meinem vorherigen Job. 

Die Frage blieb mir zwar im Kopf aber ich beschloss mir mit der Antwort noch Zeit zu lassen und so schon ich sie erstmal bei Seite. 

Auf sozialen Medien schlug mir das Thema allerdings von dem Nächten Tag an täglich wieder ins Gesicht. 

Einige Damen rieten zur Selbst optimierung, was übersetzt bedeutet sich noch mehr Stress zu machen als der Körper ohnehin schon hatte. 

Andere mahnten sich selbst Zeit zu nehmen, das Kind dem Vater zu überlassen und eine oder mehr Stunden mal nur an sich zu denken. Blöd nur das das selten für Alleinerziehende nicht umsetzbar ist. 

Einige andere Kreative Menschen setzten auf Sport gegen Stress, oder Urlaub. 

Je mehr ich darüber Nachdachte wurde mir jedoch klar das die Dinge die ich gesehen und gehört hatte nicht in mein Leben passten. 

Ich wollte für mich einen anderen Weg und so fing ich zunächst an mir Gedanken über das Thema zu machen. 

Um so mehr mein Kopf Ausspuckte um so klarer wurde mir was mein eigentlicher Stressfaktor war. 

Im Laufe der Zeit hatte sich mein Handy als ständiger Begleiter etabliert, es Informiert mich, Unterhält mich und ermöglicht es mir den Kontakt zu Menschen zu halten die sonst weiter weg sind. Es gibt mir dir Möglichkeit Erreichbar zu sein wenn meine Kinder Krank sind oder es darum geht Termine ab zu sprechen. 

Meine Handyzeit lag im Schnitt bei 6 Stunden oder weniger am Tag. 

Wow.... Wie kam es das ich so viele Stunden mit einem Gerät verbringen konnte ihnen zu merken wie sehr es mich Streßt? 

Die Antwort war einfach, ich war so abhängig von meinem Handy das auch Gedanklich kein Raum war für Leben. 

Ich begann mit meinem Vater der an Ostern bei uns war über meine Kindheit und Jugend zu sprechen, als mir auffiel wie andere das Leben damals war. 

Ich Erinnere mich das meine Eltern erst am Abend den Fernseher anmachten, Morgens den Haushalt teilten und sich Mittags nach dem Essen zum Lesen und Gespräche auf die Couch setzten. 

Ich war die meiste Zeit draußen, ging das Licht der Laternen an hieß es rein gehen. 

Wollte man sich verabreden so ging Gas meist nur in der Schule oder der Arbeit im direkten Gespräch, wollte man wissen wie es den Freunden geht die wo anders wohnten hieß es Geduld haben denn oft blieb nichts als Briefe schreiben um dann voll Vorfreude auf eine Antwort zu warten die oft Wochen in Anspruch nahm. 

Als ich mir am Abend meine Kinder ansah wurde mir Klarna der Unterschied zwischen ihnen und mir in dem Alter lag, meine großen Kinder saßen am Handy um Storys für soziale Medien zu machen oder online zu spielen, die jüngste saß am Tablett und spielte ebenfalls. 

Die Tage darauf wiederhole sich das Bild wieder und wieder. 

Und auch ich Ertappe mich wie ich mein Handy über Stunden in den Händen hatte. 

Alle konnten schon seit geraumer Zeit schlecht schlafen, waren permanent überreizt und mental war der Akku mehr wie am Limit. 

Als meine Tochter mich nun wieder ansprach kam ihr eine Idee, Handys für ein Wochenende aus machen. 

Gesagt getan.... 

Zum ersten mal seit sehr langer Zeit schauten wir Filme ganz oldschool auf DVD, wir Lasen Bücher und debattierten über verschiedene Dinge. 

Das Gefühl von Zeit wich Plänen für die Zukunft, das wiederum zeigte allen ganz klar wie wichtig es ist Gedanken und Gefühle zu zu lassen und nicht mit dem nächsten TikTok aus dem Kreis der Gedanken zu vertreiben. 

Wir lachten, Tanzten im Wohnzimmer zu Liedern aus den 60 Iger Jahren, und Taten das was wir viel häufiger hätten tun sollen.... Wir lebten.... 

Die Nächte waren entspannt wie lange nicht mehr, und selbst meine älteste Tochter stand morgens mit guter Laune auf und war voller Energie. 

Keiner stritt an diesem Wochenende, niemand war gestresst und überreizt, keiner vermisste sein Handy. 

Es war als hätte unser Familienleben neu begonnen. 

Und so Entstand die Idee so weiter zu machen, die Handys haben das Wochende Urlaub und unter Woche dürfen sie ebenfalls ab Mittag in den Feierabend per aus knopf. 

Für uns bedeutet das Bücher auf, Brettspiele auf den Tisch und die Gewissheit was Morgen ist darf bis morgen warten, und in dringenden Fällen sind wir über den Festnetz Anschluss erreichbar. 

 

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